Geisel der Freiheit

Der folgende Text trägt den Titel Geisel der Freiheit und ist Sieger des ersten Poetry Slams an dem ich teilgenommen habe. Leider kommt es in geschriebener Form nie so rüber, wie wenn man es vorträgt. Trotzdem, lasst es einfach auf euch wirken!

Freiheit kann uns überrennen mit den unendlichen Möglichkeiten die wir haben uns ständig frei entscheiden zu können.
Und wir werden verrückt durch die Menge an freien Entscheidungen und die Wucht, die diese Entscheidungsfreiheit mit sich bringt.
Wir können uns auch frei für Negatives entscheiden oder wir können jeden Tag, jede Stunde versuchen die Macht der Freiheit zu nutzen, die diese mit sich bringt.
Und genau davon handelt der folgende Text:

Freiheit
Heiterkeit des Seins, oder die Verdammung für ewig unglücklich zu sein?!
Frei sein, heißt zur Freiheit verurteilt zu sein. Urteilend gezwungen eine Entscheidung zu treffen jeden Tag, jede Stunde in Freiheit frei zu sein.
Das ist Freiheit!
Doch was ist Freiheit?

Ein Zustand, in dem jemand frei von bestimmten Zwängen ist?
Die Autonomie eines Subjekts, objektiv beurteilend was autonom bedeutet?

Ursprung liegt im germanischen „Frihalsa“, was so viel bedeutet, wie jemanden dem sein Hals selbst gehört.
Gehört Dir dein Hals?
Gehört er Dir?

Und mir, mir wurde die Schlinge um den Hals gelegt. Zu gezogen, gänzlich verbogen stehe ich nun da und sage die Wahrheit, denn ich habe die Freiheit zu sagen, was war ist!
Wahr ist, dass ich keine Ahnung habe, was wahr ist.
Ich bin zur Freiheit verurteilt! Urteilend gezwungen eine Entscheidung zu treffen, jeden Tag, jede Stunde.
Und die Schlinge verschlingt meine Worte und erstickt sie im Keim, wo sie bleiben verloren.
Am Boden der Tatsachen war ich allein.

Ich steh hier, mittendrin, im Chaos meiner Gedanken; Freier als alle Schranken und ich wankend von einer Beschäftigung zur Nächsten hetze.
Ablenkung, das ist mein Lebens Fetzen, um ja zu vermeiden, dass ich leidend doch hier sitz.
Ganz allein. Nur vereint mit mir.
Meine Gedanken, frei von Schranken, sagen willkommen hier am Boden der Tatsachen. Tatsächlich muss ich sagen, hier unten war schon lange keine mehr, denn es liegt Staub.
Braustet sich auf, auf all den Büchern, wie ein Tornado, der meine Schicht bricht. Bricht ein wie mein Gedicht. Worte die nichtssagenden sagen, dass sie sich weiterhin verzagen, dich wortwörtlich zu verein, mit Dir am Boden der Tatsachen, wo ich tatsächlich sage: Ich bin allein!

Allein, in Freiheit zusammen mit all meinen Gedanken. Frei von allen Schranken tun meine Gedanken sich drehen und drehen und drehen…
Stooopp!

Und du? Wo bist du?
Läufst unbehagen, unklagend von einer Bar in die Nächste.
Ein Bier auf dich, ein Bier auf ihn und es ist geschehen. Du bist unfrei frei von deinen verrückten Gedanken. Verrückt nach ihm, deinen Lebensfetzen. Deine Ablenkung dich nicht zu setzen.
Du unfreies Stück Determination!

Doch wie du, ist eine ganze Nation!
Die sich lügend bedrückend einredet sich zu vergnügen und den Lebenssinn in Kompensierung verpasster Chancen sieht.
Chancen des lebendigen Siegs.
Veni Vidi Vici!

Aber keiner kam und sagte Stopp.
Und keiner sah die Überforderung.
Aber die Freiheit, die kam und siegte über dich mit ihrer Wucht.
Also sitz du hier, immer noch verzagend beklagend, dass du einbrichst.
Brichts, wie deine Schicht.
Aber ja so bist du und so lebst du und so stirbst du.
Verantwortlich, mit all deinen Lebenslügen. Vergeudend dich nicht genug vergnügend deines Lebens zu betrügen. Du kleines Etwas von nichts.
Deine Gedanken, im Gegensatz zu dir, sind wenigsten frei von Schranken. Wankend dich an die Planke deiner Vernunft bringen und zwingen durch ihre Ranken zu springen in das Unendliche der Verrücktheit deiner Gedanken.
Und jeden Tag, jede Stunde musst du in Freiheit entscheiden, entscheiden, entscheiden…
Stooopp!

Ja du wirst verrückt.
Ja ich bin verrückt geboren.
Crazy in my mind, everything is blown.

Stehen ja immer noch hier.
Die Verrücktheit meiner selbst und ich am Boden der Tatsachen, wo ich tatsächlich sagen kann, nicht mal hier bin ich allein. Nicht mal hier kann ich in Ruhe sein.
Muss jeden Tag aufstehen, Krönchen richten, weitergehen.
Friedensstifter, Weltverbesserer und dabei noch Korrektheitsbesessener.
Ja Freiheit; Heiterkeit des Seins oder die Verdammung einer zu großer Verantwortung ausgesetzt zu sein?

Freiheit bedeutet Macht.
Macht heißt machen.
Und was machst du aus deiner Freiheit?

Bist du, wie die ganze Nation, die sich beklagend verzagend nach ihren verpassten Chancen sehnt?
Tust du jeden Tag, jede Stunde versuchen dieses Freiheit zu nutzen?
Diese Freiheit zu nutzen dein Leben zu gestalteten, wie es dir gefällt.
Oder bist du Geisel der Freiheit?

Du hast es in der Hand!
Du hast die Freiheit!
Du hast die Macht!

Mach was draus…

von R.R.

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